Was ist Kinesiologie

 
 

Der Begriff "Kinesiologie" kommt vom griechischen Wort "kinesis" und bedeutet Bewegung. So beschäftigt sich diese junge Wissenschaft mit dem Bewegungsapparat des menschlichen Körpers, mit der Muskulatur, die ja das Ausdrucksinstrument aller Intentionen des Menschen ist. Die Bewegung wird vom Gehirn gesteuert, hat aber umgekehrt eine Rückwirkung auf dieses. So können wir Bewegung, wie auch Gehirnfunktionen, Denk- und Lernfähigkeiten trainieren. Erkenntnisse aus der Gehirnforschung, Elemente der chinesischen Medizin und Forschungen in der Heilpädagogik und Stressbewältigung haben zu dieser Selbsthilfe-Methode geführt. Die Anwendungsgebiete sind zahlreich. Laien, wie Therapeuten nutzen sie weltweit auf medizinischem Gebiet, in der Pädagogik, Psychologie, in der Musik und im Sport, sowie im Managementtraining, um nur die wichtigsten Bereiche zu nennen.

Die Kinesiologie entstand in den sechziger Jahren in Amerika. Der Chiropraktiker Dr. George Goodheart beobachtete in vielen Untersuchungen, dass sich körperliche, geistige und emotionale Vorgänge im Menschen auch in der Reaktionsfähigkeit der Muskeln widerspiegeln. Eine weitere wichtige Entdeckung war, dass die Meridiane der chinesischen Akupunkturlehre ebenfalls in Zusammenhang mit den Muskeln stehen. So fand die traditionelle chinesische Medizin Eingang in die Angewandte Kinesiologie (AK) und ist heute ein wichtiger Bestandteil dieser Methode. Der Chiropraktiker Dr. John Thie entwickelte daraus das "Touch for Health" - eine für jedermann leicht erlernbare Zusammenfassung der wichtigsten Elemente der AK - als Selbsthilfe für die Gesundheitsvorsorge. 

Der Amerikaner Dr. Paul Dennison ist der Begründer der pädagogischen Kinesiologie, der "Edu-Kinestetik" oder "Brain Gym" genannt. Dieser Bereich liegt mir als ehemalige Lehrerin besonders am Herzen. Die Lern- und Schulprobleme der Kinder, Lehrer, Eltern werden zunehmend schwieriger und sind mit den herkömmlichen Methoden kaum mehr zu bewältigen. Obwohl manche Kinder oft sehr intelligent sind, bringen sie nur schwache Schulleistungen zuwege. Das vermehrte Übenlassen der Kinder nützt nur wenig, verschlimmert eher den Stress und das Gefühl der Hilflosigkeit und des Versagens bei Eltern, Kindern und Lehrern.

Hier bietet die pädagogische Kinesiologie einen etwas ungewohnten Denkansatz: Das Lernen hat nicht nur eine mentale Komponente (das Benutzen von Geisteskraft und Intelligenz), sondern auch eine physische und eine emotionale. Körperliche Voraussetzungen wie das koordinierte Zusammenspiel von Gehirn und Körper, die Zusammenarbeit beider Augen, Ohren, Körperseiten und Gehirnhälften sind grundlegend notwendig für ein stressfreies Lernen. Auch ein gutes Körpergefühl und eine vollwertige Ernährung spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hinzu kommen noch die emotionalen Komponenten des Lernens wie ein gesundes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, eine positive Einstellung zum Lernen, Gelassenheit auch in Prüfungssituationen... All die genannten Faktoren sind ebenso wichtig wie ein hoher Intelligenzquotient und können mit Hilfe kinesiologischer Techniken zum Positiven hin verändert werden. Dies gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen, in denen ein neuer Lernprozess ansteht. 

Ich selbst habe die Wirkung der Kinesiologie in einer schweren Krise erlebt und bin dankbar, dass es mir möglich war, dieses neue Handwerkszeug am Institut für Angewandte Kinesiologie in Freiburg zu erlernen. Es wurde für mich zu einem neuen Beruf. Ich arbeite jetzt in eigener Praxis als Lernberaterin für Kinder und als Supervisorin / Coach für Erwachsene. Darüber hinaus vermittle ich dieses neue Wissen in Volkshochschulkursen und in Wochenendseminaren in meiner Praxis. Für 8 - 11jährige Kinder habe ich Bücher zu diesem Thema geschrieben: "Löwen gähnen niemals leise" und "Mit dem Tiger um die Wette".

Im Herbst 2007 ist ein neues Buch für 3 - 8-jährige Kinder dazugekommen: "Schwuppdiwupp wieder gesund"

Näheres zu den Büchern finden Sie unter "Buchtipps"!

Irmgard Heringer